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Projekte / Wiener Manifest / Snippets HabermasBereits 2001 forderte Jürgen Habermas in seiner berühmten Paulskirchenrede, die Religion wieder in den öffentlichen Diskurs einzubeziehen, und betonte, dass der religiöse Bürger im säkularen Staat als religiöser Bürger wieder ernst genommen werden müsse und ihm nicht zugemutet werden dürfe, in öffentlichen Diskursen von seiner Religiosität zu abstrahieren. Weiter sagte er, dass wir zum Beispiel zur Fundierung des für unsere Gesellschaften zentralen Begriffs der Menschenwürde wieder „rettende Übersetzungen“ des jüdisch-christlichen Begriffs der Gottebenbildlichkeit benötigten. Dieses Verständnis gehöre zum Fundament des Menschenwürdebegriffs. Wenn sich die Gesellschaft nicht von „wichtigen Ressourcen der Sinnstiftung abschneiden“ wolle, müsse sie sich „einen Sinn für die Artikulationskraft religiöser Sprachen bewahren“, betonte Habermas damals. Bei seinem Treffen in der katholischen Akademie in München im Jahr 2004 mit dem Theologen Joseph Kardinal Ratzinger, der ein Jahr später zum Papst Benedikt XVI. gewählt wurde, betonte Habermas nicht nur die Notwendigkeit des Respektes gegenüber den Gläubigen, der generell auf der Achtung vor Personen und Lebensweise gründe, sondern er verwies auf etwas Entscheidendes: In den Religionen, sofern sie nur Dogmatismus und Gewissenszwang vermieden, könne „etwas intakt bleiben, was andernorts verloren gegangen ist“.
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